Austen-Verfilmungen

Jane Eyre

Die Schwestern Brontë gehören neben Jane Austen zu den berühmtesten Schriftstellerinnen der klassischen Literatur. Zwei ihrer Romane gelten heute als Weltliteratur: Jane Eyre und Sturmhöhe. Unter den zahlreichen Verfilmungen ist wohl die US-amerikanische Fassung mit Ruth Wilson als Jane Eyre die Beliebteste. Bei der Fassung handelt es sich um eine Mini-Serie über drei Teile.

Handlung

Jane Eyre ist ein armes Waisenkind mit einer freudlosen Kindheit voller Schmerz, Vernachlässigung und Misshandlung. Nach dem Tod ihres Ziehvaters wird Jane von seinen leiblichen Kindern schikaniert und von deren Mutter, Mrs. Reed, nicht angenommen. Mrs. Reed entscheidet sich daraufhin, Jane Eyre in eine Schule für Waisen zu geben. Das karge Leben in dem Internat Lowood findet unter schrecklichsten Bedingungen statt. So ist es in dem Gebäude immerzu kalt und es gibt nicht genug zu essen. Viele der Mädchen im Internet sterben an Typhus oder an Tuberkulose, wie Janes engste und kluge Freundin Helen.

Mit den Jahren entwickelt sich Jane zu einer selbstbewussten und bescheidenen jungen Frau. Nach einigen Jahren Schuldienst als Lehrerin entscheidet sie sich auf die Suche nach einer Gouvernantenstelle zu begeben. Schon nach kurzer Zeit wird sie auf dem Anwesen Thornfield fündig. Doch das Anwesen birgt Geheimnisse und ebenso der Herr des Hauses.

Sinn und Sinnlichkeit

Unter Austen-Fans ist es heiß umstritten, welcher ihrer Romane denn nun das Prädikat des gelungensten ihrer Werke verdient. Meistens wird dieser erbitterte Kampf zwischen den Verteidigern von Stolz und Vorurteil auf der einen und Sinn und Sinnlichkeit auf der anderen Seite ausgefochten.

Handlung

Sinn und Sinnlichkeit wurde auch unter dem Buchtitel Gefühl und Verstand veröffentlicht. Im Fokus des Liebesdramas stehen zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Als der Vater stirbt, wird die wohlhabende Familie aus Mutter und drei Schwestern enterbt und muss von nun an in einem kleinen Cottage fernab von ihrem ehemaligen zu Hause leben. Elinor, die älteste Schwester, die die Probleme und Sorgen, die sich durch diese Umstände ergeben, besonders durch Vernunft und Nüchternheit zu bewältigen versucht, übernimmt die Rolle der Vermögensverwaltung. Ihre jüngere Schwester Marianne hingegen gibt sich ihrer Trauer über den Verlust von Vater und Heim hin und träumt von einer romantischen Liebe. Die Aufmerksamkeit der Männer der höheren Gesellschaft lässt nicht lange auf sich warten. Doch bis zum guten Ende müssen Elinor und Marianne so manchen Herzschmerz ertragen.

BBC-Verfilmung mit Kate Winslet, Hugh Grant und Alan Rickman

Wie auch bei Stolz und Vorurteil gibt es von Sinn und Sinnlichkeit eine Vielzahl an Verfilmungen. Und auch in diesem Fall ist einer der beiden beliebtesten Interpretationen die von BBC. Wie schon Stolz und Vorurteil wurde auch sie im Jahr 1995 veröffentlicht. In den Hauptrollen sehen wir Emma Thompson als Elinor Dashwood, Kate Winslet als Marianne Daswhood sowie Hugh Grant als Edward Farrars und Alan Rickman als Christopher Brandon. Der schlüpfrige und zwielichtige Frauenheld Mr. Willougby wird von Greg Wise verkörpert.

In diesem Fall ist die BBC-Verfilmung die kürzere und ungenauere Version. Zwar hält sich der Regisseur grob an die Buchvorlage, doch aufgrund des großen Umfangs der Geschichte lässt sich das in so kurzer Zeit kaum verwirklichen. Trotz allem ist die Verfilmung sehr unterhaltsam und überrascht durch grandiose Landschaftsaufnahmen und sehenswerten schauspielerischen Leistungen. Die Charakterzeichnung gelingt dem Regisseur. Auch die humoristischen Elemente der Bücher kommen in seinem Film zum tragen.

US-amerikanische Verfilmung

John Alexander hat den Literaturklassiker 2008 in einer Miniserie aus drei Teilen verewigt. Auch hierbei handelt es sich um eine BBC-Produktion. Auch diese Version hat beinahe durchweg gute Kritiken erhalten. Welche der beiden Verfilmungen schlussendlich die bessere ist, entscheidet vermutlich am ehesten der Geschmack.

Emma

Zahlreich verfilmt wurde auch der Roman Emma von Jane Austen. Unter Literaturwissenschaftlern gilt Emma heute als Meisterwerk und wird zur Weltliteratur gezählt.

Die intelligente und verwöhnte Emma Woodhouse kommt aus einem wohlhabenden Haus und betätigt sich aus Langeweile gerne als Ehestifterin in ihrem näheren Bekanntenkreis, leider nicht immer ohne anderen zu schaden. Vor der Fertigstellung des Romans glaubte Jane Austen, dass sie mit Emma „eine Heldin schaffen würde, die ausgenommen ihrer selbst, niemand so recht mögen wird“. Doch weit gefehlt! Emma ist inzwischen einer der beliebtesten Romanfiguren aus dem Austen-Universum.

Handlung

Nachdem ihre Gouvernante ausgezogen ist, leidet Emma unter Langeweile und Schwermut. Doch nach kurzer Zeit hat sie eine neue kurzweilige Ablenkung für sich entdeckt: Sie versucht sich als Kupplerin in der Überzeugung, sie könnte mit ihrem Willen die Geschicke und Gefühle anderer lenken. Doch ihre fehlende Lebenserfahrung werden ihren Freunden und Bekannten, die unter ihren Versuchen der Ehestiftung leiden, bald zum Verhängnis. Ihr langjähriger Freund Mr. Knightley warnt sie vor zu viel Übermut.

Beste Filmversion

Einer der schönsten Literaturverfilmungen von Emma stammt von dem US-amerikanischen Regisseur Douglas McGrath aus dem Jahr 1996 mit Gwyneth Paltrow in der Hauptrolle. Eine Filmkritik beschreibt den Film als „subtil unterhaltendes Sittengemälde“. Dabei kommt der komödiantische Aspekt des Romans nicht zu kurz. Die Rolle des berüchtigten Mr. Knightley spielt in diesem Fall Jeremy Northam.

Überaus gute Kritiken hat auch der neueste Emma-Film aus dem Jahr 2020 bekommen. Die Süddeutsche bezeichnet ihn als „fast so lustig wie das Buch“.

Jane Austens Feminismus

Ein zentrales Element des Romans und auch der Filme ist die Gesellschaftskritik über den Umgang von unverheirateten Frauen sowie die eingeschränkten Lebensperspektiven von Frauen, die dem Stand der Gentry angehörten. Gentry war der britische Niederadel. Frauen des Niederadels hatten vielmals nur zwei Optionen: Vorteilhaft heiraten oder den Beruf der Gouvernante ergreifen. Diese Problematiken werden in Emma anhand der Figur Jane Fairfax illustriert.

Sturmhöhe

Während Jane Eyre aus der Feder von Charlotte Brontë stammt, wurde Sturmhöhe von ihrer jüngeren Schwester Emily geschrieben. Von den mehr als zwanzig Verfilmungen stammt die ansehnlichste Fassung aus dem Jahr 2011 mit Tom Hardy und Charlotte Riley in den Hauptrollen. Die älteste und bekannteste Variante wurde 1939 veröffentlicht, die sich aber fast ausschließlich auf den ersten Teil des Romans konzentriert. Sturmhöhe wurde 1939 durch die New York Film Awards als bester Film des Jahres ausgezeichnet.

Handlung

Der Schauplatz des Filmes ist der Gutshof Wuthering Heights der Familie Earnshaw. Der Name rührt vom Standort des Gutshofes, der über den Hochmooren von Yorkshire gelegen, einem beständigen und stürmischen Wind ausgesetzt ist.

Zentraler Charakter ist das Findelkind Heathcliff, der von seinem großen Stiefbruder geärgert und drangsaliert wird. Außerdem muss er im Stall schlafen. Seine einzige Freundin und Verbündete ist seine Stiefschwester Cathy, in der er sogar mit der Zeit eine Seelenverwandte für sich entdeckt. Nachdem sich Cathy für eine Verlobung mit dem angesehenen Edgar Linton entscheidet, verlässt Heathcliff tiefgekränkt den Hof. Als er Jahre später als reicher und gutaussehender Mann zurückkehrt, verliebt sich Cathy in ihn, weist ihn jedoch ab. Daraufhin beginnt eine Zerstörungsserie seitens Heathcliff, dessen Folge schlussendlich Cathys Tod ist.

Stolz und Vorurteil

Stolz und Vorurteil ist der wohl berühmteste Roman der Schriftstellerin Jane Austen. Austen wurde im Jahr 1775 in Steventon im Vereinigten Königreich geboren. Ihre Liebesromane sind weltbekannt geworden, nicht zuletzt wegen ihres charakteristischen Humors und der unterschwelligen Gesellschaftskritik an der Rolle der Frau und dem dominanten Klassizismus. Der Roman wurde mehrere Male verfilmt. Die bekanntesten Verfilmungen sind die Filmreihe von BBC sowie eine weitere britisch-französische Version mit Keira Knightley in der Hauptrolle.

Handlung

Lizzie Bennet, eine emanzipierte und kluge junge Frau, wächst als zweitälteste Tochter in einer Familie mit vier anderen Schwestern auf. In einer Zeit, in der für Frauen eine vorteilhafte Heirat von großer Bedeutung war, verweigert sich Lizzie vorschnellen Entscheidungen und beschließt für sich, nur unter der Bedingung zu heiraten, ernsthafte Gefühle für ihren zukünftigen Ehemann zu hegen. Jane, ihre älteste Schwester und beste Freundin, teilt diesen Wunsch mit ihr. Gemeinsam mit ihrer Familie besucht Lizzie Tanzbälle und nimmt an anderen Gesellschaftsabenden teil. Dort begegnen sie den wohlhabenden Herren Mr. Darcy und Mr. Bingley. Während sich Mr. Bingley als durchaus heiratswürdiger Kandidat erweist, der zudem noch ein reges Interesse an der schönen Jane zeigt, ist Mr. Darcy von außerordentlicher arroganter und wortkarger Natur. Nach einer an sie gerichteten Kränkung von Mr. Darcy beschließt Lizzie, dass dieser nun für alle Zeit in Ungnade gefallen sein soll. Doch manchmal trügt der erste Eindruck, besonders wenn viel Stolz und einige Vorurteile im Spiel sind.

BBC-Verfilmung

BBC hat sich 1995 bei der Verfilmung von Stolz und Vorurteil für eine Miniserie aus sechs Teilen entschieden. Mit der hochrangigen Besetzung war die Serie sowohl in den USA als auch in Großbritannien ein großer Erfolg. BBC hält sich weitgehend an die Buchvorlage und spart wenige Szenen aus. Die Hauptrollen als Mr. Darcy und Lizzie Bennet übernehmen Colin Firth und Jennifer Ehle. Die Verfilmung überzeugt durch seine fabelhaften Schauspieler, die authentische Kostümierung und Szenerie sowie durch die buchgetreuen Dialoge. Ein Autor der Independent befand, dass es sich bei der Verfilmung um einer der besten filmischen Adaptionen eines literarischen Klassikers handele.

Britische Verfilmung mit Keira Knightley

Die britische Verfilmung mit Keira Knightley in der Hauptrolle der Lizzie Bennet ist sehr beliebt und das zu Recht. Zwar hält sich Regisseur Joe Wright nicht ganz an die Buchvorlage, was in einer Filmdauer von 127 Minuten auch kaum zu erwarten ist. Doch der Film begeistert durch seine aufwendige Produktion. Die Stadt- und Landschaftsbilder sowie die Kleider sind zeitgetreu, detailreich und liebevoll inszeniert. Zudem überzeugt nicht nur Keira Knightley als Lizzie Bennet, sondern besonders auch Matthew Macfayden als Mr. Darcy die Zuschauer(innen). Trotzdem steht in dieser Verfilmung vor allem der komödiantische Aspekt im Vordergrund, während die typische Gesellschaftskritik von Austen in den Hintergrund rückt. Von der FAZ wurde der Film sogar als Wunder an Geschmack in Ausstattung und Kulisse gerühmt.